Bericht des Schulleiters im Jahrbuch 2011
Die Deutsche Internationale Schule Johannesburg hat eine lange Tradition und gehört zu den ältesten Schulen Johannesburgs. Diese lange Tradition hat ihre Wurzeln in ihrem ausgeglichenen Verhältnis und der guten Zusammenarbeit zwischen Deutschen, Österreichern und Schweizern auf der einen und den Südafrikanern auf der anderen Seite. Trotz der historischen und sozialen Besonderheiten des Gastlandes pflegte die Schulgemeinschaft immer eine offene Form der Begegnung und des kulturellen Austauschs untereinander. Die DSJ war und ist somit eine der interessantesten Begegnungsschulen in Johannesburg, vielleicht in ganz Südafrika. Nur wer Bezug auf seine eigenen kulturellen Wurzeln und Werte nimmt und gelernt hat, anderen Kulturen voreingenommen und offen zu begegnen, der wird in der globalisierten Welt von morgen sich behaupten und weiterentwickeln können.
Dieser Tradition folgend, haben wir 2011 drei Grundsatzpapiere erstellt, die der Schule ein festes Fundament für die weitere wirtschaftliche und pädagogische Entwicklung geben wird.
• Die Vision mit ihren fünf Mission Statements soll unsere Position und unsere Qualitätsstandards nach außen darstellen.
• Das Leitbild der Schule mit seinen sechs Leitsätzen setzt den Handlungsrahmen und das hohe pädagogische Niveau der Schule für alle am Schulleben Beteiligten fest und
• die Standortbestimmung der DSJ ist ein Positionspapier, das die Schule zwischen deutscher und südafrikanischer Schule klarer als bisher mit einem eigenständigen Profil verortet.
All diese Grundsatzpapiere müssen nun mit Leben gefüllt werden. Dabei gehen wir von einer guten Ausgangsposition sowohl im pädagogischen Bereich als auch bezogen auf die Schulkultur aus:
• wir haben im Jahr 2011 die Bund Länder Inspektion mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen und erhielten das Gütesiegel deutscher Auslandsschulen,
• wir haben das erste Jahr der Sekundarstufenreform erfolgreich mit Klasse 5 begonnen und werden 2012 in der 6. Klasse den erhöhten Deutschunterricht anbieten,
• wir haben den ersten Schritt zum Regionalabitur mit der Umsetzung des neuen kompetenzorientierten Kerncurriculums in regionale und schulinterne Arbeitspläne für die Klasse 10 abgeschlossen,
• wir haben regelmäßige, stufenbezogene Assemblies eingeführt, ein Streitschlichterprogramm entwickelt, die ersten Streitschlichter ausgebildet und eine neue Anti-Bullying Policy mit entsprechender personeller Betreuung eingeführt. 2012 soll diese Schülerbetreuung durch die Wahl von zwei Vertrauenslehrern für die Schüler ergänzt werden,
• wir haben am internationalen Solar Car Rennen mit einem eigenen Solarauto teilgenommen und den 3. Platz belegt, des weiteren haben wir in unzähligen sportlichen und kulturellen Veranstaltungen unser hohes Niveau in diesen Bereichen deutlich gemacht.
Was werden die Schwerpunkte im Schuljahr 2012 sein?
Im Schuljahr 2012 wird der erste Jahrgang der neuen English Medium High School die DSJ besuchen. Zwar ist die English Medium High School ein neuer Zweig, der erst ab Klasse 8 in die DSJ „hineinwächst“, aber kein neu gepflanzter Baum. Wir werden auch diesen Schülern ein hohes akademisches Niveau anbieten und sie zu einem erfolgreichen Abschluss führen.
Die sogenannte „Neue Sekundarstufe“ soll von Grund auf reformiert werden. Wir beginnen dabei mit einer neuen Einschulungspraxis, bei der das Bemühen um leistungsstarke und finanzkräftige Kinder jeglicher Herkunft im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen wird. Des weiteren soll eine stärkere Leistungsorientierung bei Schülern mit deutscher Förderung von der neuen Leiterin der NSek, Frau von Lüdinghausen, umgesetzt werden.
Wir werden 2012 die sehr erfolgreiche Arbeit der unterrichtsbezogenen Feedbackteams weiterführen und neue Feedbackformen wie das Schülerfeedback an die Lehrer verbindlich einführen.
Die Schulleitung wird im Schuljahr 2012 ein leistungsorientiertes Personalentwicklungskonzept mit einem Performance Management System einführen, das sowohl im unterrichtlichen Bereich als auch im außerunterrichtlichen Bereich die besonderen Leistungen von Lehrern würdigen wird.
Des Weiteren werden die ersten Schüler des Kombizweiges für das neue Regionalabitur 2014 vorbereitet. Hier wird die Umsetzung der 2011 entwickelten kompetenzorientierten Arbeitspläne sowie die Erstellung der neuen Arbeitspläne für die Klassen 11 und 12 im Vordergrund stehen.
Der Ausbau des neuen Lernzentrums wird bis zum März 2012 abgeschlossen sein und die Schülerinnen und Schüler haben dann die Möglichkeit in neuen Räumlichkeiten und unter der Betreuung einer zusätzlichen Fachkraft Informationen im Internet oder aber in althergebrachter Weise in Büchern und Zeitschriften zu recherchieren. Für die Oberstufenschüler wird dann auch ein eigener Studienraum zur Verfügung stehen. Andere Infrastrukturmaßnahmen wie die Verbesserung und Modernisierung der Klassenräume werden ebenfalls im Jahre 2012 in Angriff genommen werden.
Als letztes möchte ich noch auf das Doppelstundenprinzip und die neuen Pausenregelungen eingehen. Wir werden durch diese Maßnahmen ein ruhigeres und pädagogisch sinnvolleres Arbeiten und Lernen in der Schule erreichen. Die längeren Pausen sollen auch dazu dienen, dass Schüler und Lehrer längere Erholungsphasen haben werden und die Mittagspause zu einem Mittagessen in der Kantine nutzen können.
Ich denke, dass durch all diese Maßnahmen die Attraktivität der DSJ im Wettbewerb mit den anderen guten Privatschulen in Johannesburg wachsen wird und die Schule ihren führenden Platz weiter ausbauen kann.
Ich danke allen Lehrern, Eltern und Schülern, die dazu beigetragen haben, dass wir akademisch, sozial und kulturell so erfolgreich waren und möchte in diesen Dank auch die deutschen Stellen, insbesondere die ZfA und das BVA einschließen, die durch ihre großzügige finanzielle und personelle Unterstützung diesen Erfolg mit ermöglicht haben.
OStD Erich Maria Schreiner
Schulleiter
School of the Month
Interview with Deputy Principal, Mr Ingo Vogt, 2009

