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Schulgeschichte

Die Gründung der Deutschen Internationalen Schule Johannesburg

 

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Turnhalle 1902 (Zum Vergrößern klicken)
Schule ca.1900 (Zum Vergrößern klicken)

 

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Damalige Uniform, Klasse 4, 1902 (Zum Vergrößern klicken)
Turnhalle in Hillbrow ca. 1900

 
Die DSJ ist fast so alt wie Johannesburg. Die Stadt wurde 1886 gegründet, und schon vier Jahre später begann Pastor Kuschke mit dem Unterricht.

Mit dem Goldrausch waren viele Deutsche nach Johannesburg gekommen, die sich eine Schule wünschten, in der ihre Kinder in deutscher Sprache unterrichtet würden. 1888 nahmen diese Pläne innerhalb der deutschen Gemeinde zu Johannesburg Gestalt an, doch schon nach der ersten Sitzung des Schulkomitees im folgenden Jahr war dieses ehrgeizige Vorhaben gescheitert: Eine schwere Wirtschaftskrise verhinderte zu diesem Zeitpunkt eine Schulgründung.

Dennoch gab Pastor Kuschke nicht auf und begann 1890 in seinen Privaträumen, später in der Kirche der Berliner Missionsgemeinschaft, den Unterricht mit einem Schüler, Ernst Ritter, dem Sohn des Kirchenvorstandsmitglieds J. Ritter. Ende 1891 war die Schülerzahl auf bescheidene 20 angewachsen, die in den Fächern "Religion, Deutsch, Englisch, Holländisch, Rechnen, Naturgeschichte, Weltgeschichte, Erdkunde, Singen, Zeichnen und Turnen" unterrichtet wurden.

Als die Wirtschaftsprognosen für Johannesburg und die ca. 4000 Deutschen, die sich mittlerweile hier angesiedelt hatten, günstiger wurden, sammelten und spendeten vor allem deutsche Kaufleute so viel Geld, dass im Jahre 1897 mit dem Bau eines neuen großen Schulgebäudes in Hillbrow, einer der damals vornehmsten Gegenden der Stadt, begonnen werden konnte. Frau Mathilde Rolfes legte am 4. April 1897 den Grundstein.

In den folgenden Jahrzehnten war der ständige Geldmangel das Hauptproblem, mit dem sich die Deutsche Schule zu Johannesburg beschäftigen musste. Deutsche Geschäftsleute sammelten auf Heimatreisen und innerhalb der deutschen Gemeinschaft in Südafrika immerhin so viel Geld, dass der Schulbetrieb mit ca. 200 Schülern nicht eingestellt, sondern sogar ständig erweitert und verbessert werden konnte.

Die Deutsche Schule vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg

Einen Tiefpunkt erlebte die Deutsche Schule während des I. Weltkrieges, als mehrere Lehrer interniert wurden, die Schule geschlossen und das Schulgebäude an die Regierung vermietet werden musste. Erst im Jahre 1922 konnte wieder ein regulärer Unterrichtsbetrieb mit anfangs nur 10 Schülern und drei Lehrerinnen aufgenommen werden, doch besonders die populären Sport- und Musikangebote erhöhten die Attraktivität der DSJ - und damit die Zahl der Schüler, der Lehrer und die zufließenden Geldbeträge - beträchtlich. 1934 hatte die Deutsche Schule wieder den Status einer deutschen Mittelschule mit insgesamt 130 Schülern erreicht, aber erst im Jahre 1942 wurden ihr der Matrikabschluss und damit der Standard einer High-School zugestanden. Die politischen und finanziellen Schwierigkeiten der Deutschen Schule während der Kriegszeit konnten nur dank des unermüdlichen Einsatzes und der glänzenden Verbindungen von Herrn W. Vogts überstanden werden, der die Vorstandsgeschäfte nahezu alleine durch zwei Weltkriege führte und im Jahre 1945 die Basis für einen ungeahnten Aufschwung geschaffen hatte. Herr Vogts hatte die Schule über 40 Jahre lang nachhaltig beeinflusst und vor allem dafür gesorgt, dass die Deutsche Schule nicht zu einer nationalsozialistischen Anstalt verkam. Die DSJ war sein Lebenswerk.

Von Hillbrow nach Parktown: eine neue Zeit für die Deutsche Schule ab 1969

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Deutsche Schule Parktown, ca. 1970 (Zum Vergroessern klicken)

 

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Deutsche Schule Parktown, ca. 1970 (Zum Vergroessern klicken)


Die Einwanderungswelle nach dem 2. Weltkrieg brachte auch viele Deutsche nach Südafrika, so dass die Deutsche Schule in Johannesburg durch die stark anwachsende Schülerzahl (1963: 540 Schüler) sehr schnell in pädagogische, organisatorische und räumliche Schwierigkeiten geriet. Der Verkehrslärm in der Innenstadt war unerträglich geworden, und die Sportstunden mussten nach Mountain View ausgelagert werden, wo der Deutsche Turnverein seinen Sportplatz einmal pro Woche zur Verfügung stellte. Unter dem Schulleiter P. Adami, mit dem die Zeit der bundesrepublikanischen Schulleiter an der Deutschen Schule begann, erfolgte 1969 der Umzug der Schule von der Edith Cavell Street in Hillbrow nach Sans Souci in Parktown: Eine neue Ära der Deutschen Schule begann. Da die Schülerzahl von 902 im Jahre 1971 auf 1257 im Jahre 1976 rapide angewachsen war, erreichte auch der Neubau in Sans Souci in kurzer Zeit die Kapazitätsgrenze und musste ständig erweitert werden. Eigeninitiativen, großzügige Spenden und fleißige Sammelaktionen erlaubten einen Dachaufbau über dem Musikraum und der Bücherei, einen Anbau für Werken, eine Erweiterung des Verwaltungsflügels und die Errichtung weiterer Klassenräume. Die DSJ war eine Dauerbaustelle.

Auf dem Weg zur Begegnungsschule: 1979 bis 1990

Parallel zu den räumlichen Verbesserungen erweiterte die DSJ auch das pädagogische Angebot. Ab 1979 besuchten die ersten Vorschulkinder die Deutsche Schule, ein Jahr später waren die ersten Schritte zur Begegnungsschule getan und am Ende des Schuljahres 1983 verließ der erste Abiturjahrgang die DSJ. Die Schülerzahl war inzwischen auf 1400 angewachsen. Zur Förderung der unterschiedlichen Begabungen wurde den Schülern der Unterricht in einem A-Zug und einem B-Zug ermöglicht, die beide zur Matrikprüfung führten. Nachdem die Bundesrepublik die übernahme sämtlicher Kosten zugesagt hatte, wurde mit Beginn des Schuljahres 1989 der deutsch-fremdsprachliche Zweig an der DSJ eingerichtet, der vor allem von schwarzen und farbigen südafrikanischen Kindern besucht und in dem Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird. Zunehmend werden diese Kinder zusammen mit deutsch-muttersprachlichen Schülern unterrichtet, bis sie in Klasse 10 alle Fächer außer Deutsch gemeinsam haben. Die Deutsche Schule sieht in diesem Konzept der kulturellen Begegnung und des gemeinsamen Lernens von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe oder Religion die Basis für ein dauerhaftes, friedliches Zusammenleben.

Zum ersten Mal legten 1996 Schülerinnen und Schüler des nun "Neue Sekundarstufe" genannten Zweiges erfolgreich das Matrik ab und 1997 bestanden die ersten drei SchülerInnen das Abitur mit ausgezeichnetem Erfolg.

Rufnummer. +27 11 726 6220
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